Spitalkapelle

Baugeschichte


Allein die Kapelle ist noch vom Gründungsbau, der 1364 eingeweiht wurde, erhalten. Doch auch sie wurde später vielfach verändert. Ganz ursprünglich sind nur zwei Spitzbogen- und zwei Rechteckfenster zur Stuttgarter Straße hin und das massive Mauerwerk der Kapelle. Die überspitzen Bögen der Fenster, die Steinmetzzeichen (eines kehrt identisch in Schwieberdingen, ganz ähnlich in Markgröningen wieder) und die Steinbearbeitung (die Werksteine sind noch mit der ,,Fläche" bearbeitet), legen insoweit ein eindeutiges Zeugnis ab. Freilich scheint sich die Kapelle damals noch weiter nach Westen erstreckt zu haben, auch muß sich im hinteren Teil eine Empore befunden haben. Denn wohl nur für einen Kirchenraum kamen Fenster mit Steinrahmung zur Anwendung, auch ist die heutige Westwand eine Fachwerkwand, die frühestens dem 17. Jh. entstammt, wogegen die Wand neben der Hofeinfahrt bis zur Giebelspitze gemauert ist. Für das Vorhandensein einer Empore sprechen drei in zwei Geschossen übereinander gesetzte Rechteckfenster an der Südseite. Eine Erneuerung muß in der zweiten Hälfte des 15. ih. erfolgt sein. Von ihr kündet ein Fischblasenmaßwerkfenster an der Straße. Das dort eingemeißelte Steinmetzzeichen wiederholt sich am ehemaligen Augustinerkloster in Weil der Stadt und 1488 in einem Wappenschild als Baumeisterzeichen im Chor der Kirche des benachbarten Ostelsheim. Ob der Dachstuhl dieser oder der Zeit der Erbauung entstammt, ist bislang unklar; jedenfalls ist er gotisch (übereinandergeblattete Balkenverbindungen).
 
Eine neuerliche Umgestaltung erfolgte 1747/48. Als Steinmetz war dabei Joseph Ulmer tätig, der 1756 als Bürger von Weil gestorben ist. Damals wurde das barocke Südportal mit dem darüberliegenden Ovalfenster, aber auch das östlich angrenzende Spitzbogenfenster geschaffen. Dessen Steinbearbeitung ist ganz barock und unterscheidet sich deutlich von der der anderen Fenster; zudem ist das Maßwerk ganz ungotisch flach, auch fehlen die Nasen in den Fensterbögen. Ein beeindruckendes Beispiel früher Denkmalpflege der Barockzeit. Der Kirchenraum sollte einheitlich Spitzbogenfenster besitzen und nur der Eingangsbereich erhielt ein echtes Barockfenster Die schöne, barock anmutende Stabfelderdecke im Inneren wurde dagegen nicht bei dieser Renovation eingefügt, sondern erst 1953, als die alte Gipsdecke irreparable Schäden zeigte. Nochmals überformt wurde die Kapelle 1826. Dabei erhielt sie die schlichten Fen-ster in der Ostwand. Da diese früher die Stadtmauer bildete, mußte sie fensterlos sein. Erst als die Stadtbefestigung als ,alter" Zopf fiel, konnte die Kapelle in neuer Lichtfülle erstrahlen. Spätere Renovationen haben am Bau selbst nichts mehr ver-ändert, lediglich Fensterverglasung, Inneneinrichtung und Bemalung der Wände wurden erneuert, zuletzt umfassend 1977/78 unter Pfarrer G. Ritter.

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650 Jahre Spitalkapelle


Sanierung der historischen Rosenkranzleuchter

Können Sie uns helfen? Die Spitalkapelle Zu Unserer lieben Frau in Weil der Stadt gehört mit ihrer herausragenden künstlerischen Ausstattung zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Region.
Aus Anlass der 650-Jahr-Feier der Spitalkapelle möchten wir die  Rosenkranzleuchter restaurieren, welche bis in die 1960er Jahre bei Prozessionen mitgeführt wurden und in dieser Kapelle ihren Aufbewahrungsort haben. Jeder dieser Leuchter zeigt auf einer Tafel eines der Geheimnisse des Rosenkranzes. Wahrscheinlich sin d diese Leuchter im Zusammenhang mit der Rosenkranzbruderschaft zu denken, welche früher in Weil der Stadt existiert hat. Bis jetzt waren sie hinter dem Hauptaltar versteckt, aber nun sollen sie der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Dazu müssen diese Leuchter jedoch saniert werden. Fünf davon sind bereits gerichtet - dankenswerterweise mit Hilfe des Heimatvereins Weil der Stadt. Für zehn Leuchter suchen wir noch Spender. Die Restaurierung eines Leuchters kostet 450,- Euro. Auch Kleinspenden werden gerne angenommen. Vergelt´s Gott für Ihre Hilfe.
Ihr Pfarrer Anton Gruber
Unsere Bankverbindung: Katholische Kirchenpflege Weil der Stadt
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Kto.-Nr. 41232003 (IBAN DE26 6039 0000 0041 2320 03)