Bericht 2011

Jahresrückblick 2011


Ein sehr turbulentes Jahr geht nun zu Ende. Denken wir dabei nur an die immer noch nicht ausgestandene Finanzkrise, die sich immer mehr zu einer Staatsschuldenkrise ausweitet. Vor allem Europa und die Eurozone sind davon betroffen, jedoch auch die Vereinigten Staaten sind immens verschuldet und denken immer noch nicht an eine Schuldenbremse. Die fast allmächtigen Ratingagenturen stufen immer wieder europäische Länder herab, was ständig zu neuen Turbulenzen und Krisen durch Spekulanten führt. Für die USA erfolgte dagegen noch keine nennenswerte Herabstufung. Nennt man das neutral und unabhängig?

Im März erlebten wir ein verheerendes Erdbeben in Japan, welches durch den ausgelösten Tsunami zu der größten Reaktorkatastrophe führte; fast genau 25 Jahre nach Tschernobyl. Es dauerte sehr lange, bis das ganze Ausmaß der Schäden offengelegt wurde. Da ist es gut, dass sich Deutschland schnell entschlossen hat nunmehr aus der Atomkraft auszusteigen und auf eine Energiewende zu setzen. Doch auch bei den erneuerbaren Energien ist nicht alles gut, was machbar ist. Es sollten keine Nahrungsmittel zu Sprit verarbeitet werden, die in vielen Teilen der Erde vor allem am Horn von Afrika so dringend für die Hungernden gebraucht werden. Durch die zusätzlichen Spekulationen mit den Rohstoffen ergeben sich teilweise Preisanstiege um 100 Prozent und mehr. Damit werden sie für die Millionen von Hungernden nicht mehr bezahlbar. Auch das Trinkwasser wird in immer mehr Regionen knapp und durch Konzerne und Spekulanten zur Gewinnerzielung zu Lasten der Ärmsten genutzt. Auch wir tragen unseren Teil dazu bei, wenn wir immer alles besser und billiger haben wollen und die Ärmsten unter miserablen Arbeitsbedingungen und einem Hungerlohn für die westliche Welt Waren produzieren und nur die Konzerne sich daran bereichern. Wir sollten dringend unsere Gewohnheiten ändern und nicht immer nur das kaufen, was billig ist, sondern was beim Anbau ökologisch vertretbar ist und den bei der Herstellung Beteiligten gesundheitlich nicht schadet und ein ordentliches Leben ermöglicht.

Auch politisch hat sich einiges in 2011 verändert; vor allem in den arabischen Staaten in Nordafrika. Angefangen hat der arabische Frühling in Tunesien und bis zum Jahresende zu freien Wahlen geführt. In Ägypten haben die Wahlen zwar begonnen, aber dort will nach wie vor der Militärrat seine Macht erhalten. Auch in Libyen ist noch nicht abzusehen wohin die Befreiung von einem Diktator führt. Hoffen wir, für die betroffenen Menschen in diesen und den anderen arabischen Ländern wie z.B. Syrien, dass sich nicht die Radikalen oder Fundamentalisten durchsetzen sondern sich ein Demokratisierungsprozess zum Guten daraus entwickelt.

Der mit viel Spannung und Optimismus erwartete Besuch unseres Kirchenoberhauptes Papst Benedikt XVI hat bei vielen Deutschen nicht die hochgeschraubten Erwartungen erfüllt. Vor allem gab es keinerlei Fortschritte für die Ökumene. Man muss eher sagen, das Rad wird zurück gedreht. Es scheint, dass einiges, was im II. Vatikanischen Konzil erreicht wurde, in Vergessenheit geraten ist oder sogar wieder zurückgenommen werden soll. Da hilft auch der ausgerufene Dialogprozess durch die Deutschen Bischöfe nicht weiter, wenn von vorn herein bestimmte Themen als nicht diskutabel bezeichnet werden. Dabei heißt Dialog doch: Rede und Gegenrede, Argumente austauschen und einander zuhören!?

Da ist es gut, dass auf lokaler Ebene sich noch was bewegen lässt. Seit gut einem Jahr haben wir nun wieder einen Pfarrer in unserer Kirchengemeinde und er ist auch Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit (SE). Mit ihm sind neue Ideen und frischer Schwung eingekehrt. Dabei wurde nicht alles gleich auf den Kopf gestellt, sondern behutsam das Ein oder Andere verändert. Manches ist Ihnen wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Deshalb möchte ich nachfolgend berichten, was im Kirchengemeinderat, dem Pastoralteam oder in den Ausschüssen 2011 bearbeitet wurde:

Auf dem gemeinsamen Arbeitswochenende der beiden Kirchengemeinderäte (KGR’s) der SE, im April in Wernau, wurden Themen (Aufgaben) erarbeitet und zur Umsetzung durch Arbeitskreise vorgeschlagen. Die SE 3, bestehend aus den 9 Teilgemeinden Weil der Stadt, Merklingen, Münklingen, Hausen, Simmozheim, Schafhausen, Dätzingen, Döffingen und Ostelsheim, hat den Namen „Mittleres Heckengäu“ bekommen. Hierzu ist auch ein ansprechendes Logo erarbeitet worden. Zum besseren Kennenlernen der Gemeindemitglieder untereinander und der jeweiligen Gotteshäuser, wurde der Pilgerweg durch die SE in Angriff genommen. 3 Etappen sind zwischenzeitlich absolviert. Die restlichen 2 Etappen folgen im neuen Jahr. Es nahmen jeweils ca. 30 Personen teil. Es können gerne noch mehr werden.

Im pastoralen Bereich gibt es neben der gemeinsamen Vorbereitung der Erstkommunion und der Firmung, seit diesem Jahr ein gemeinsames Oster-Kommunionbild. Die Kasualien, das sind u.a. Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, werden übergreifend organisiert, außerdem wechseln sich Pfarrer Gruber und Pfarrer Gube bei den Gottesdiensten in Weil der Stadt und Grafenau ab. Die Gottesdienstzeiten wurden ebenfalls angepasst. So beginnen alle Gottesdienste an den Sonntagen in der gesamten SE einheitlich um 9 Uhr oder um 10.30 Uhr.
Da die Anfragen zur Bereitstellung unserer Kirchen für Veranstaltungen immer häufiger werden, haben wir einheitliche Richtlinien für die Vergabe und Nutzung sowie einen Gebührenkatalog beschlossen.

Für Weil der Stadt wird, analog zu Merklingen und Simmozheim, ein Ortsausschuss in 2012 seine Arbeit aufnehmen.

Im Jahr 2011 gab es auch wieder einiges an den Grundstücken und Gebäuden der Gemeinde zu tun:
Die Umgestaltung des Pfarrgartens am Kapuzinerberg wurde in Angriff genommen. Bisher wurde im vorderen Bereich ein Sitzplatz geschaffen und eine Bepflanzung vorgenommen.
Im Pfarrhaus wurde zum Jahresende die Gasheizung aus dem Jahre 1990 erneuert.
Auch im Kindergarten konnte diesen Herbst endlich die veraltete und teilweise nicht ausreichend regulierbare Elektroheizung durch ein effizientes Gasbrennwertgerät ersetzt werden. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde gleich die Küche mit dem daneben liegenden Raum durch eine große Schiebetüre verbunden, so dass u.a. die Essensausgabe besser abgewickelt werden kann. Ein schwieriges Unterfangen war im Kindergarten dieses Jahr die Behebung von Nässeschäden durch Defekte an den Wasserleitungen, welche in verschlossenen Kanälen im Betonboden verlegt sind und deshalb nur mit dem Presslufthammer zu öffnen waren. Die letzten Arbeiten sollten jetzt in den Weihnachtsferien abgeschlossen werden und wir hoffen, dass nunmehr dieses Kapitel beendet ist. Vielen Dank an die Erzieherinnen und Eltern für die Geduld bei den Einschränkungen, die sich dadurch im Betrieb ergaben. Die Sanierung hatte aber auch etwas Positives: Die Räume im vorderen Bereich einschließlich eines neuen Eingangstores konnten freundlicher und frischer gestaltet werden.
Im Gemeindehaus St. Augustinus sind die Jugendlichen und Ministranten dabei den Discoraum neu zu gestalten, um wieder ein Jugendcafé und andere Aktivitäten anbieten zu können. Hier möchte ich allen danken, die bei den umfangreichen Entrümpelungsarbeiten, der Planung und weiteren Vorarbeiten für die Neugestaltung Hand angelegt haben.

Weitere größere Investition im vergangenen Jahr waren die Neuanschaffung des Pfarrbusses und die Beschallungsanlage in St. Peter und Paul. Der Bus wurde bei der sehr erfolgreichen Sternsingeraktion 2011 in Betrieb genommen. Durch die neue Beschallung in St. Peter und Paul hoffen wir, dass ein vorhandener Mangel beseitigt wurde. Hier steht für das kommende Jahr nun eine umfangreiche Sanierung der beiden Osttürme an, um Schimmelpilze und den Holzwurm zu beseitigen und Schäden an der Dachabdeckung zu beheben.

Für die Gottesdienste in St. Peter und Paul haben wir dieses Jahr neue Lektorinnen und Lektoren, Eucharistiehelferinnen und -helfer sowie für die Seniorenheime neue Wortgottesdienstleiterinnen gewinnen können. Vielen Dank an alle, die sich bereit erklärt haben, einen weiteren Dienst in der Gemeinde zu übernehmen.

Neue Ideen, wie z. B. die Initiative unseres Organisten Herrn Bair, für eine Orgelakademie bzw. einer Narrenorgel wurden geboren. Die beiden ersten Veranstaltungen sind gerade mit Erfolg über die Bühne gegangen.

Wiederum sehr erfolgreich waren die beiden Second-hand-Kleideraktionen durch den Sozialausschuss. Es konnten im Frühjahr 6.700 € und im Herbst 5.500 € für soziale Zwecke erzielt werden. Herzlichen Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie auch den Spendern der Kleidung.

Ebenfalls herausragend war in diesem Jahr das Konzert des Kirchenchores mit der Aufführung „Die Schöpfung“ unter der Leitung von Raimund Wolf. Herzlichen Dank allen Mitwirkenden, auch für die tatkräftige Unterstützung zur Finanzierung des Konzertes. Die musikalischen Darbietungen im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums von Unamonos waren ebenfalls gut gelungen.

Das Sommerzeltlager war leider etwas verregnet, ist jedoch sehr gut angekommen. Hier gilt unser Dank der Lagerleitung und allen Mitstreitern. Besonderen Dank an Gudrun und Stefan Schmidt, die zum 20. Mal für das leibliche Wohl gesorgt haben. Nochmals Danke für dieses jahrelange Engagement.

Die Internetadresse für unsere Homepage wurde auf einen leicht einprägsamen und kurzen Namen geändert. Der Name  www.kirchewds.de könnte auch ökumenisch genutzt werden. Bisher fehlt uns jedoch für die Pflege der Webseiten noch ein Webmaster. Wenn jemand Interesse an der Übernahme dieser Aufgabe hat, dann bitte im Pfarramt melden.

Nun noch ein kurzer Blick auf Zahlen in der Kirchengemeinde:

Nachdem die Taufen in 2010 stark rückläufig waren, sind sie in 2011 wieder stark angestiegen; von 34 auf 50. Gleichfalls haben die Beerdigungen wieder zugenommen und zwar vor allem in Weil der Stadt, wo 38 Gemeindemitglieder verstorben sind. Die Anzahl der Erstkommunionkinder ist nochmals auf nur noch 39 gesunken, wohingegen es 54 Firmlinge gab. Die Anzahl der Austritte hat sich wieder auf dem normalen Niveau eingependelt, wobei 21 von 30 Austritten auf Weil der Stadt entfielen.

Die Anzahl der Katholiken in der Gemeinde nimmt insgesamt weiterhin ab. Auch hier ist zahlenmäßig Weil der Stadt mit 76 prozentual am stärksten betroffen. Der Abwärtstrend setzt sich also weiter fort. Die Anzahl der Kirchenbesucher ist in 2011 erfreulicherweise nicht weiter zurückgegangen, sondern hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Zum Schluss möchte ich allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ sagen, welche hauptamtlich oder ehrenamtlich mitarbeiten und ihre Fähigkeiten dort einbringen, wo sie gebraucht werden.

Besonders danken möchte ich noch Herrn Pfarrer i.R. Helmut Nann, welcher weiterhin Gottesdienste vor allem in der Spitalkapelle und den Senioreneinrichtungen übernimmt, Herrn Pfarrer Anton Gruber, Herrn Pfarrvikar Herbert Gube, den beiden Pastoralreferenten, der Pfarrsekretärin und deren Vertreterin, den beiden Kirchenpflegern, den Erzieherinnen im Kindergarten St. Christophorus, den Leitern der Chöre, den Organisten und den Mesnerinnen und Mesnern der verschiedenen Kirchen und Kapellen, deren Vertretungen sowie den KGR-Mitgliedern und den Mitgliedern der verschiedenen Ausschüsse.

Ihnen allen und der ganzen Gemeinde wünsche ich für das kommende Jahr 2012 viel Freude und Kraft, Gesundheit an Leib und Seele sowie den Willen zu einer guten, vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Albert Heimpel, 2. Vorsitzender des KGR